fbpx
Warum ein Bausparvertrag Ihr Geld vernichtet

Warum ein Bausparvertrag Ihr Geld vernichtet

Bausparvertrag vernichtet Geld durch Inflation und fehlende Zinsen

60% aller Österreicher haben einen Bausparvertrag, dort liegen etwa 20 Milliarden Euro (Quelle bausparenvergleich.at). Dann muss es doch gut und nachhaltig sein, und sich mein Geld vermehren, oder?

 

(Video available with english subtitles on https://youtu.be/jt3zWtNyzEc )

Das größte Problem am Bausparer ist, dass er eine “Erbkrankheit” ist. Schon die Großeltern und Eltern hatten einen, da kann nix schiefgehen…oder?

Bausparen ist sehr beliebt. Nachdem in Österreich Geldbildung hauptsächlich innerhalb der Familie weitergegeben wird, und nichts davon in der Schule unterrichtet wird, ändert sich auch kaum etwas daran.

Ein Bausparvertrag mit 100€ monatlich auf 6 Jahre bringt etwa 7.300€ am Ende (Quelle durchblicker.at, Dez. 2019) (Zahlen für März 2020 siehe am Ende des Artikels). Eingezahlt hat man in dieser Zeit 100*12*6 = 7.200€. Also ergeben sich etwa 100€ Gewinn und das bei hoher Sicherheit – das ist doch gut, oder?

Vergessen wird dabei die Inflation: diese beträgt 2018/2019 etwa 2,2% (Quelle ots.at). Rechnet man das gegen die erhaltenen Zinsen, hat man Netto einen Verlust: 7.300€ am Ende der 6 Jahre sind bei 2,2% Inflation nur noch 6.406€ Wert (also Kaufkraft). Das bedeutet einen reellen Verlust von etwa 800€ über die Laufzeit (100€ Zinsen, -900€ Inflation). Würde man 100€ monatlich sparen, um in 6 Jahren 6.406€ zu haben, so wären das -3,85% Zinsen (minus!). (Alle Berechnungen im Detail mit Grafiken und Links weiter unten im Artikel!)

Rechnen wir die Inflation auf 6 Jahre hoch, müssten etwa 8.300€ erspart werden, um die Inflation auszugleichen, und die gleichen Produkte wie heute kaufen zu können. Genau das ist das größte Problem vom Bausparvertrag bei Zinsen unter der Inflation!

Wenn 20 Milliarden(!) Euro 6 Jahre lang in Bausparverträgen liegen, sind das etwa 2,5 Milliarden weniger Kaufkraft – dieses Geld wird also nachhaltig durch die Inflation und niedrige Zinsen in Österreich in Bausparverträgen verloren.

Warum werden dann trotzdem so viele Bausparverträge neu abgeschlossen?

Laut österreichischer Nationalbank wurden 2018 immer noch 610.000 neue Bausparverträge abgeschlossen. Folgende Begründungen hören wir ständig:

– “das war schon immer gut”, “haben meine Eltern/Großeltern schon gemacht”
– “das ist sicher”, “das kenne ich”
– “da spare ich mir wenigstens etwas weg”
– “darauf kann ich wenigstens nicht zugreifen”
– “die Bank gibt mir dann einen besseren Kredit, wenn ich eine Wohnung/Haus kaufe”

Leider ist keiner dieser Gründe ein guter Ratgeber. Die Einlagensicherung bei den Banken ist de facto hinfällig, Bankkredite sind auch ohne Bausparer günstig zu haben. Und wenn ich schon etwas wegspare, muss ich wenigstens die Inflation hereinspielen, damit es Nachhaltig ist, und sich mein Geld real vermehrt.

Bausparverträge und die Zeit: keine Nachhaltigkeit durch Zinsen und Inflation

Das größte Problem ist die Inflation, die über die Zeit passiert, und meist nicht beachtet wird. Ein Bausparvertrag bringt etwa 100€ Zinsen über die gesamte Laufzeit (Höchstsparer mit 100€ pro Monat!). Das führt erstmal dazu, dass das Gefühl aufkommt, mehr Geld zu haben. Wir sollten aber unser Gefühl mit Mathematik hinterfragen: auf zinsen-berechnen.de gibt es wundervolle Möglichkeiten dafür.

Bausparvertrag mathematisch nachvollziehen – eine Schritt für Schritt Anleitung mit Grafiken

Inflationsrechner

Zuerst rechnen wir die Inflation mit dem Inflationsrechner: 7.300€ nach 6 Jahren bei 2,2% Inflation bedeutet eine Kaufkraft von 6.406€ aus heutiger Sicht, bzw. müssten es 8.318€ sein, um die selbe Kaufkraft wie heute für 7.300€ zu haben.

Sparrechner

Gut, rechnen wir das ganze mit dem Sparrechner in Prozente um: 0€ Anfangskapital, 100€ monatlich, 6 Jahre, Endkapital 7.300€. Das ist das Geld, das wir in 6 Jahren im Bausparer bekommen (Quelle durchblicker.at, Dez. 2019). “Berechnen” drücken zeigt, dass das eine reale Netto Verzinsung von 0,45% bedeutet.

Kaufkraft Verlust

Rechnen wir nun mit der Kaufkraft von 6.406€, also dem, was heutige 7.300€ in 6 Jahren noch Wert sind, und sparen 100€ monatlich, um 6.406€ zu erhalten, so ergibt sich ein Zinssatz von -3,85% Verlust pro Jahr. Das würde niemand tun, oder? Die Inflation ist gnadenlos unterschätzt! In Euro ausgedrückt bedeutet das, dass wir im Bausparvertrag zwar 100€ mehr haben als eingezahlt (7.300€ zu 7.200€), aber -900€ durch die Inflation Kaufkraftverlust haben, sodass wir 800€ Gesamtverlust, gerechnet an Kaufkraft, erleiden! Es geht mir hier nicht um Finanzmathematik, sondern dass Sie eine Vorstellung bekommen, was die Inflation mit dem Geldwert macht.

Inflationsausgleich

Rechnen wir nun nochmal mit dem Endkapital von 8.318€, also dem, was wir haben müssten, um die selbe Kaufkraft wie heute 7.300€ zu haben: 4,74% – das wäre das Minimum, das wir an jährlichen Zinsen brauchen, um die 2,2% Inflation wieder einzuholen mit einem Bausparvertrag (oder jedem anderen Produkt auch), damit die 7.300€ in 6 Jahren den selben Wert haben, den man heute unter 7.300€ versteht! Alles darunter bedeutet nachhaltigen Geldverlust. Nochmal erklärt: Finanzmathematisch wird nicht so gerechnet. Mir geht es darum, ein Gefühl für die Inflation zu bekommen. Das ist aus meiner Sicht das größte Problem, das die Menschen zu falschen Entscheidungen bringt.

Erhalten Sie den kostenlosen Life Luxury Check und bleiben Sie informiert.

Jetzt zum Newsletter anmelden und mehr erfahren. Keine lästigen Massenmails!

Mehrere Bausparer hintereinander

Viele Bausparer werden für Kinder angelegt, damit diese später mal was haben. Vor allem von braven Großeltern oder Eltern. Ich will hier nicht nochmal die lange Erklärung schreiben. Fassen wir also kurz in einer Tabelle zusammen:

Hier eine Auflistung, was 1, 2 oder 3 Bausparverträge hintereinander bringen an realer Kaufkraft, was der Endbetrag plus Inflation sein sollte, und wieviel % Geld Verlust das ist, bzw. wieviel mehr Geld man bräuchte zum Inflationsausgleich:

Wir sehen also -12,2% Verlust bei 1 Bausparvertrag, -23% bei 2 Verträgen hintereinander (12 Jahre), und -32,4% Kaufkraft Verlust bei 3 Bausparverträgen hintereinander (1