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Mantelprodukt aka Lebensversicherung

Mantelprodukt aka Lebensversicherung

 Was ist ein Mantelprodukt?

Und was hat ein Mantelprodukt mit Bank, Versicherung und Steuer zu tun? Lassen Sie mich bitte etwas ausholen, bevor wir voller Begeisterung das Thema Mantelprodukt erörtern.

Niedrigzinsphase

Seit 2008 der große Finanz Crash war, befinden wir uns in einer Niedrigzinsphase. Ständig wurden die Zinsen für Kredite gesenkt, damit die Wirtschaft wieder angekurbelt wird. Die EZB hat unter dem Italiener Mario Draghi eine Geldpolitik begonnen, die katastrophale Folgen hat. Eine Folge sind sinkende Zinsen für alle Spareinlagen.

Beispiel Bausparvertrag

Während ein Bausparvertrag in den 90er Jahren noch 4,5-6% brachte, bringt er heute effektiv einen Verlust, wenn man die Inflation berücksichtigt – das Geld wird also weniger Wert. Auf dem Papier bringt er 0,15% bis 4,25%, wobei die Werbung von “2% Jubiläumszinsen” spricht – und daneben steht “in den ersten 6 Monaten”. Ein Sparbuch bringt unter 0,1% Zinsen. Sinnvoll sind daher auf Banken nur noch Aktienfonds, um Geld zu vermehren.

Steuer: KESt

Die KESt (Kapitalertragsteuer) ist eine Steuer, die auf Bankprodukte eingehoben wird. Diese beträgt ab 2016 generell 27,5% (weiterhin begünstigt bleiben nur Sparbuch und Bausparvertrag mit 25%. Doch darüber brauchen wir nicht sprechen – wer keine Zinsen bekommt, zahlt auch keine KESt).

Das bedeutet also, dass jährlich alle Gewinne aller Bankprodukte mit 27,5% KESt belegt werden. Nehmen wir an, Sie kaufen einen Fonds über Ihre Bank oder Online Depot. Sie legen 100.000€ an (da gibts noch Ausgabeaufschläge und eventuell andere Kosten, die lassen wir jetzt mal beiseite), und diese 100.000€ werden mit 10% Gewinn auf 110.000€ erhöht (in den Jahren 2009-2019 hätte man zB mit einem guten Aktienfonds jährlich(!) 10% Gewinn gemacht, siehe meinen Artikel “Finanz Crash”).

Am Ende des Jahres kommt aber die Steuer, und die Bank zieht automatisch 2.750€ an Steuern ab, sodass Sie nur noch 107.250€ haben. Im zweiten Jahr wieder 10% Gewinn, macht ein Plus von 10.725€, davon die KESt weg macht in Summe 115.025€ usw. Sie verlieren also nicht nicht die KESt, sondern auch den Zinseszins daraus.

Bei 10% Verzinsung ist der Zinseszinsverlust nach 6 Jahren größer als der KESt Verlust selbst, bei 5% nach 8 Jahren! Nach 20 Jahren wäre das ohne KESt etwa 265.000€, durch KESt nur 204.000€, ein Verlust von 61.000€! Dieser Verlust wird total unterschätzt! (Details zu Berechnungen im PDF am Ende dieses Blogs). Ich habe noch nie in einem Buch darüber gelesen, wie brutal das wirkt. Vermutlich, weil jeder glaubt, das kann man nicht ändern. Was, wenn doch? Wers steuerrechtlich korrekt formuliert lesen möchte, kann auch beim Konsument.at nachlesen. Einen anderen tiefen Einblick gewährt der Gewinn.at und die WKO.at.

Kosten bei Fonds

Auch hier gibt es Produktkosten, die etwa in Form von Agio (Ausgabeaufschlag für jeden Fonds Kauf, häufig 5%), Kontoführungskosten, Verwaltungskosten, Abschlusskosten usw. aufgeteilt werden. Es gibt viele Unterschiede, auch in Online Depots, sodass ein pauschaler Vergleich kaum möglich ist. Beachten Sie, dass es auch Kosten abhängig von der Einlagehöhe geben kann, sodass Sie mehr zahlen, wenn Sie mehr veranlagt haben. Das ist speziell für unsere Großsparer wichtig.

Lebensversicherung

Das Thema Lebensversicherung wird sehr emotional besprochen. Leider haben viele Konzerne hier wirklich schlechte Produkte, gepaart mit Finanzberatern die schlechte Beratungen machten, und dann auch noch die Finanzkrise von 2008, die den gesamten Markt umgedreht hat… keine gute Vertrauensbasis!

Steuer: Versicherungssteuer

Aber lassen wir mal die Emotion raus: eine Lebensversicherung hat keine KESt! Stattdessen gibt es hier 4% Versicherungssteuer, die im Gegensatz zur KESt eine Anfangsbesteuerung ist. Das bedeutet, man zahlt nicht auf die Gewinne, sondern auf die einbezahlten Beträge. Und ist damit fertig besteuert: keine Gewinnzuwachssteuer, keine Entnahmesteuer.

Nehmen wir wieder das Beispiel von vorhin: 100.000€ zahlen wir ein, der Staat kassiert sofort 4%, macht 4.000€. Und damit sind Sie fertig besteuert: Keine weiteren Steuern auf Gewinne. Das bedeutet bei 10% Gewinn, dass wir im 2. Jahr schon besser sind als auf der Bank (bei nur 3% Gewinn wären es 5 Jahre, bis die Versicherung im Steuervorteil ist). Und alle weiteren Jahre wird der Unterschied zugunsten der Versicherung immer besser – auf der Bank zahlt man jährlich Gewinnsteuer, in der Versicherung nur einmalig die 4.000€ auf die Einzahlung. Dies bedeutet, man hätte in der Versicherung nach 20 Jahren 646.000€, auf der Bank nur 405.000€ – ein Unterschied von 241.000€, fast eine Viertel Million Euro!

Natürlich haben wir hier ohne jegliche Produktkosten gerechnet. Aber es geht hier um den steuerlichen Unterschied. Der ist brutal! Siehe auch das PDF am Ende dieses Blogs. Leider sind genau diese Produktkosten der große Hacken bei Lebensversicherungen: speziell die Abschlusskosten schlagen in den ersten 5 Jahren derart zu, dass es etwa 8-15 Jahre dauert, bis sich der Steuervorteil auswirkt! Beschleunigen kann man dies mit Zuzahlungen, aber nicht negieren.

Mantelprodukt

Und genau deshalb ist ein Mantelprodukt wichtig: das bedeutet, man nehme eine gute Lebensversicherung mit niedrigen Produktkosten (die ist schwer zu finden, aber es gibt sie!), kaufe über diese einen guten Fonds (auch diese gibt es), und Aufgrund des Steuervorteils ist man nach 8-15 Jahren im klaren Vorteil, womit es speziell zur Pensionsvorsorge unschlagbar ist. Die Versicherung ist nur ein Mantelprodukt für Fonds, um den Steuervorteil zu nutzen (und nebenbei bringt es auch Absicherungen, die sehr interessant sein können), und kann auch noch andere Produkte neben Fonds enthalten, etwa den klassischen Deckungsstock zur Absicherung.

Diesen Vorteil haben insbesondere wohlhabende Menschen schnell verstanden, weshalb unsere Kunden besonders im Bereich ab 400€ monatlich und/oder 100.000€ Sofortinvest liegen. Denn je mehr Geld veranlagt wird, desto brutaler ist natürlich die KESt! Dieser Steuervorteil ist aber für JEDEN verfügbar, weshalb ich es besonders schade finde, dass vor allem Kleinsparer ihr Geld mit Bausparverträgen vernichten.

Aber die Kosten einer Lebensversicherung sind doch hoch?

Bei Lebensversicherungen gibt es vorwiegend zwei Kostenarten: Verwaltungskosten, die über die gesamte Laufzeit jährlich anfallen. Und Abschlusskosten, die meist über die ersten 5 Jahre verteilt eingerechnet werden. Die Verwaltungskosten sind grob gesagt abhängig davon, wieviel man einzahlt. Manchmal werden auch Kosten von Anteilen dessen, was schon im Produkt ist, verrechnet, ganz wenige haben einen Kostendeckel. Häufig betragen die Verwaltungskosten etwa 1 Monatsprämie pro Jahr. Es gibt aber auch günstigere Produkte.

Die Abschlusskosten werden meist in Prozent der Prämiensumme errechnet. Werden also 6,5% der Prämiensumme verrechnet, so sind das bei 30 Jahren: 30*12*Monatsprämie/1,04 (weil die Versicherungssteuer herausgerechnet wird)*6,5%. Und diese Kosten werden auf die ersten 60 Monate verteilt von jeder Prämie abgezogen. Bei 200€ Monatsprämie wären es also 72.000€ Prämiensumme und 4.500€ Abschlusskosten, durch 60 Monate macht 75€ Abschlusskosten pro Monat. Es gehen also 125€ in die Veranlagung, abzüglich weiterer Verwaltungskosten etc. Erst ab dem 6. Jahr fallen die 75€ monatlich weg.

Deshalb sind Lebensversicherungen in den ersten Jahren schwierig zu argumentieren. Vor allem, weil viele einfach keine Performance in der Verzinsung bringen. Es gibt aber Produkte mit Performance und niedrigen internen Kosten, und dann wirkt sich der Steuervorteil weit mehr aus als gedacht. Hier muss eine Detailrechnung für Ihren persönlichen Fall gemacht werden.

Generelle Faustregel: eine Zuzahlung am Beginn hebt die Verzinsung und bringt rasch die Steuervorteile hervor, und je höher die Monatsraten und je niedriger die Produktkosten desto besser. Zuzahlungen sind übrigens meist günstiger, z.B. mit 5,5% Abschlusskosten. Verteilt auf 5 Jahre bedeutet das 1,1% pro Jahr. Bei 100.000€ sind das also 1.058€ pro Jahr.

Sicherheit

Ein ganz wesentlicher Punkt, gerade in der jetzt (Jänner 2020) bestehenden Situation, ist die Sicherheit des Geldes. Diese ist aufgrund verschiedener Gesetze in der Lebensversicherung weit höher als auf der Bank. Siehe dazu meine extra Blogs zur Einlagensicherung und Finanz Crash. Daher eignet sich eine Lebensversicherung weit mehr zur Absicherung als ein Bankkonto. Achten Sie dabei aber auf Flexibilität! Hier gibts enorme Unterschiede. Wichtig: Geld in Fonds sind Sondervermögen und genauso sicher wie in der Lebensversicherung.

Und was jetzt?

Ein Mantelprodukt bringt Steuervorteile und Fondsgewinne in Einklang. Aber die richtige Strategie ist das Entscheidende, wenns ums Geld geht. Daher meine Bitte: nicht aus dem Internet beraten lassen. Tipps holen und vorinformieren ja, aber ein kompetenter Berater weiß mehr. Fragen Sie nach einem Mantelprodukt. Und: Fragen Sie, ob Ihr Berater auch andere Produkte anbietet! Und lassen Sie sich konkret mehrere Angebote legen. Am besten von verschiedenen Beratern!

Warnung bei Lebensversicherungen:

Beachten Sie die Liquidität: Geld, das Sie in eine Lebensversicherung stecken, sollten Sie idealerweise bis zur Pension nicht mehr herausnehmen müssen. Ebenso sollte die monatiche Rate so gering sein, dass Sie diese bis zum Ende der Laufzeit einhalten können. Sie verlieren sonst unheimlich viel Geld! Daher empfehle ich dringend, die Lebensversicherung nur als Ergänzung in einem Gesamtkonzept zu verwenden, sodass Sie mit anderen Produkten auch Geld entnehmen können, ohne große Kosten gehabt zu haben.

Einige Finanzvertriebe haben NUR Lebensversicherungen im Programm, und sind daher extrem gut geschult, Ihnen gute Antworten auf all Ihre Einwände zu geben. Fragen Sie den Berater immer nach seinem Ausweis (machen Sie ein Foto davon) und fragen Sie nach anderen Produkten. Hat er keine, dann kann er nur ein Produkt verkaufen – natürlich wird sein Produkt das Beste sein! Lassen Sie sich ein Angebot geben, ich prüfe das gerne mit Ihnen durch. Und testen Sie mich – ich mache gerne kostenlos und unverbindlich ein Vergleich mit Ihrem Angebot.

Weitere Infos zum Thema in den Artikeln “Wie geht es weiter mit dem Geld?” und “Fonds, ETF, Aktien“.

Wieviel kostet ein Profi Finanzconsulter?

Es stellt sich natürlich die Frage, wieviel so ein Profi kostet. Die Antwort ist: gar nichts. Wir werden nur aus den Produktkosten bezahlt, und zwar vom Produktgeber. Wenn Sie Finanzprodukte kaufen, werden immer Kosten fällig, in Form eines Ausgabeaufschlags oder Abschlusskosten. Und ein Teil dieser Kosten wird an uns weitergegeben. Wenn Sie direkt dort kaufen, behält der Produktgeber die Provision komplett ein. Sie bekommen gratis unsere Expertise, Analyse und Beratung. Was spricht also dagegen, mich gleich zu kontaktieren?

 

 

Falls Sie ein Zahlenmensch sind, hier das PDF mit der tabellarischen Übersicht zu meiner Beschreibung: Steuerlicher Vergleich – Bank vs Lebensversicherung (ohne Produktkosten!)

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Finanzlexikon – Begriffslexikon Finanzen: was bedeutet was?

Finanzlexikon – Begriffslexikon Finanzen: was bedeutet was?

Finanzlexikon – ein Begriffslexikon für Finanzen

Es gibt viele Begriffe im Finanzbereich, die teilweise etwas ganz anderes bedeuten als man intuitiv vermuten würde. Viele Begriffe sind Euphemismen, sollen also einem Inhalt einen positiven Touch geben. Sehr gutes Beispiel ist die “MehrWertSteuer” – dadurch wird das Produkt ja nicht mehr Wert, sondern es wird nur teurer. Der einzige Mehrwert ergibt sich für den Staat, da er diese Steuer bekommt.

Gerade im Finanzbereich sind einzelne Wörter hoch kritisch, und viele Produkte verschleiern gerne die Kosten, in dem diese unterschiedlich benannt werden, sodass man ohne Finanz Ausbildung gar keine Chance hat, dies wirklich zu durchblicken. Selbst für Profis ist es häufig schwierig, im Detail jeden Punkt in seiner vollen Tragweite zu verstehen. Beispiele für solche Produkte sind AIFs und Alternative Investments. Diese werden natürlich sehr gut aufbereitet. Erkennbar sind diese häufig an hohen Rendite Versprechungen, sodass die Hemmschwelle bei den Kunden überwunden wird, einfach weil der erwartete Gewinn riesig ist.

Ich selbst habe früher auch viel Geld verloren mit solchen “sehr soliden” Investments. Ein Beispiel war eine große Firma in Deutschland, die Immobilienprojekte baute, bei denen man sogar im Grundbuch eingetragen war zur Absicherung. Obwohl ich mich sehr informierte, und sogar über einen Vermögensberater kaufte, krachte das Projekt. Daher bin ich heute sehr viel vorsichtiger bei Investments. Und ich rate jedem dazu, das auch zu sein. Wenn Sie bei einem Investment nicht 100% verstehen, wie es funktioniert, sollten Sie es nicht machen. Speziell bei Krypto Währungen gibt es heute sehr viele interessant gestaltete Projekte. Und weil viele Leute viel Geld damit verdienen, werden diese als sicher angesehen – bis wieder einmal ein plötzlicher Crash zu riesigen Verlusten passiert. Seien Sie sich sicher, dass im Hintergrund Profis am Tun sind, die sehr viel mehr Wissen als Sie, und damit haben diese immer einen großen Vorteil.

AIF (Alternativer Investment Fonds)

Als AIF werden Fonds bezeichnet, dessen Investmentvermögen nicht am Wertpapiermarkt handelbar und fungibel ist. Als Beispiel seien Anleihen zu einem Projekt mit bulgarischen Erdbeerfeldern genannt. Der Begriff ist im Detail sehr komplex, wer mehr wissen möchte sollte auf Wikipedia recherchieren.

Aktien

Die Aktie (englisch share) ist ein Wertpapier, das den Anteil an einer Aktiengesellschaft verbrieft. Man ist also Mitbesitzer einer Firma. Es wird unterschieden zwischen Stammaktien und Vorzugsaktien. Vorzugsaktien haben kein Stimmrecht, werden dafür bei Dividenden Ausschüttungen bevorzugt. Stammaktien haben Stimmrechte, und damit wird man zur jährlichen Aktionärsversammlung eingeladen (wie ich gehört habe, ist dies für viele ein Grund, zumindest 1 Stammaktie an österreichischen Unternehmen zu haben, weil das Buffet auf der Hauptversammlung lecker ist).

Aktionär

Als Aktionäre werden die Besitzer von Aktien bezeichnet.

Alternative Investments

Häufig sehr gefährliche Investments, die aber sehr gut verkauft werden, da häufig sehr hohe Renditen versprochen werden (etwa 100% p.a. oder gar 10% pro Monat). Sehr detaillierte Beispiele finden sich auf Wikipedia.

Anleihen

Anleihen sind Schuldurkunden, in denen sich der Aussteller dem Inhaber für die Bereitstellung von Kapital zur Zahlung von Zins und Tilgungszahlungen über einen vereinbarten Zeitraum verpflichtet. Einfach gesagt will der Aussteller Geld haben, und zahlt es mit Zinsen zurück. Wie hoch die Zinsen sind, hängt zB von der Bonität (=Zuverlässigkeit) ab. Staatsanleihen sind eine Form von Anleihen. Andere Namen sind Bonds, Renten, Obligationen, Gläubigerpapiere.

CBDC (Central Bank Digital Coins)

Übersetzt sind Central Bank Digital Coins also Kryptowährungen der Staaten. Dieses Wort werden wir künftig sehr oft hören, da viele Staaten dies als Mittel der Bargeldabschaffung einführen möchten. Dies ist sehr gefährlich, da damit völlige Transparenz sämtlicher Geldbewegungen ermöglicht würde. Haben Sie jemals etwas gekauft, von dem nicht jeder wissen soll? Kondome, Schwangerschaftstests, diverse Magazine, Alkohol, oder zu welchem Zeitpunkt sie wo getankt haben? Sollten Sie regierungsfeindliche Aussagen treffen, wird vielleicht ihr Konto gesperrt. Das glauben Sie nicht? Dann sehen Sie nach China. Dort wurde ein Sozialpunktesystem eingeführt. Verhält man sich inkorrekt, werden Punkte abgezogen. Sinkt man unter einen gewissen Punktestand, kann man kein Bahnticket mehr kaufen, kein Benzin, usw. Sobald es kein Bargeld mehr gibt, ist man komplett ausgeliefert. Diese Situation muss dringend vermieden werden, weshalb ich jedem dazu rate, wieder mehr mit Bargeld zu zahlen. Siehe auch Wikipedia CBDC.

Cost-Average Effekt bzw. Durchschnittskosteneffekt

Der Cost-Average-Effekt hilft besonders bei Fonds, in die man langfristig monatlich investiert. Da unser Finanzsystem auf Inflation basiert, also alles jährlich teurer wird, und dadurch die Firmen die Preise ihrer Produkte erhöhen, werden diese Firmen auch mehr Wert, und die Aktienkurse erhöhen sich (stark vereinfacht gesprochen). So kauft man also dieses Jahr die Aktien um 100€, nächstes Jahr um 105€ usw., was bedeutet dass die Aktien von jetzt nächstes Jahr 5% mehr Wert sind. In der Praxis sinken und steigen die Kurse ständig, und man kauft immer zum aktuellen Preis. Wenn der Wert der Aktien langfristig steigt, ergibt sich dadurch ein Mehrwert. Kritiker sagen zu Recht, dass man mehr Gewinne macht, wenn man gleich einmalig gut investiert – nur haben viele Leute weder 10.000€ sofort, die sie jetzt in einen bestimmten Fonds investieren wollen, noch trauen sie sich das. Es ist also besser für die Nerven, lieber 300€ monatlich in 3 verschiedene Fonds zu investieren, um weniger Risiko zu haben.

Dividende

Als Dividende wird die Ausschüttung an Aktionäre bezeichnet.

ETF (Exchange Traded Funds)

Eigentlich bedeutet ETF nur, dass der Fonds an der Börse gehandelt wird. Er wird aber dazu benutzt, um passive Indexfonds zu beschreiben. Diese werden nicht aktiv managed, sondern bilden nur einen Index ab, z.B DAX.

Die Verwaltungskosten für solche passiven ETFs sind sehr gering, weshalb sich in den letzten Jahren die Meinung verbreitet hat, dass diese besser sind. Die Geiz-ist-Geil Mentalität funktioniert.

Verwaltete Fonds (managed) stellen Profis ein, die sich täglich darum kümmern, innerhalb des Fonds-Themas (zB. Supermärkte) ständig die besten Aktien herauszusuchen, um so besser zu sein als der Index (=ETF). Das gelingt nur etwa 20% der Fondsmanager – wie in jedem Bereich gibt es echte Profis und mittelmäßige. Die Aufgabe eines Finanzconsulters ist es, von den 20% guten Fonds die 20% besten Fonds herauszusuchen. Genau dafür gibt es Finanzconsulter.

Langfristig schlagen gut verwaltete Fonds immer ETFs, vor allem in Krisenzeiten – ganz einfach, weil ein Fondsmanager in der Krise schnell reagieren kann, während dies ein ETF gar nicht macht, weil er ja passiv (=unmanaged) ist.ETF (Exchange Traded Funds)

Fonds

Wenn wir hier von Fonds schreiben, sind immer Investmentfonds gemeint. Dies können zB Aktienfonds oder Immobilienfonds sein, meist sind hier Aktienfonds gemeint. Aktienfonds sind Sammlungen von Aktien verschiedener Firmen, die zur Vereinfachung zentral verwaltet ein- und verkauft werden. Beim Aktienfonds gibt es einen Kurs, so lässt sich leicht bestimmen wieviel Gewinn man gemacht hat. Der Sinn eines Fonds ist es, Investments zu vereinfachen und Risiko zu streuen. Daher gibt es häufig Themenfonds, etwa “Nachthaltigkeit” oder “Europa” oder “Pharmaindustrie”, sodass man als Kunde die Investments bestimmen kann.

Geldwerte

Darunter versteht man alles, was direkt in Euro bewertet wird. Also Bargeld sowie Geld am Konto, Sparbuch, Bausparer, offene Kreditsumme, kurz gesagt alles was auf der Bank und in der Geldbörse liegt. Da Geld ständig der Inflation unterliegt, wird dieses jährlich weniger wert. Daher ist es speziell in Zeiten von Niedrigzinsen extrem wichtig, den kalten Verlust durch Inflation zu berücksichtigen. Abhilfe schafft die Anschaffung von Sachwerten. Leider spüren die Menschen Inflation nicht direkt, daher sind 100€ gefühlt 100€. Doch von 2002 bis 2020 hat sich die Kaufkraft von 100€ etwa halbiert!

Hyperinflation

Hyperinflation ist eine Form der Inflation, in der sich das Preisniveau sehr schnell erhöht. Eine allgemein akzeptierte Definition existiert nicht, als Faustregel gelten monatliche Inflationsraten von mindestens 50 % (entsprechend einer jährlichen Rate von umgerechnet rund 13.000 %). Man geht davon aus, dass, wenn heute eine Hyperinflation startet, diese viel viel stärker wäre, bedingt durch die große Automatisierung im Handel an der Börse. Bisheriger Rekord ist eine Inflation von 4,19 Billiarden Prozent (Verdreifachung der Preise pro Tag). Also eine Semmel, die heute 1€ kostet, kostet morgen 3€, dann 9€, 27€, 81€. Binnen 5 Tagen ist also das Geld 81x weniger Wert – 100.000€ von Montag wären damit am Freitag noch 1.234€ Wert. Man sieht, es geht so rasend schnell, dass keine Zeit bleibt, das Geld noch abzusichern. Das muss man davor gemacht haben, etwa durch Umwandlung in Sachwerte. Ein sehr eindrucksvoller Artikel findet sich auf wiwo.de, und Wikipedia beschreibt Hyperinflation so.

Inflation

Zu deutsch “Teuerungsrate”, beschreibt die mittlere Verteuerung von Produkten pro Jahr. Gemessen wird mittels eines Warenkorbs, der sowohl Supermarktartikel, wie auch Computerelektronik und Pauschalreisen enthält. Da Computerelektronik sich schnell ändert, kann diese kaum zu den Vorjahren verglichen werden. Beispielsweise werden Notebooks kaum günstiger, sondern halten den Preis bei gleichzeitig steigender Ausstattung und Leistung. Daher wird in solchen Fällen der vergleichbare Wert geschätzt. Deshalb ist auch die gefühlte Inflation von der offiziellen Inflation sehr verschieden. Ein weiterer Kritikpunkt: Produkte aus dem Supermarkt werden zwingend benötigt, während man auf Pauschalreisen und Computerelektronik verzichten kann. Daher ist eine gefühlt Inflation von 4-5% bei offiziellen 1,5-2,5% merkbar. Seit vielen Jahren orientieren sich die Lohnverhandlungen der Gewerkschaft an der offiziellen Inflation, weshalb es heute trotz Lohnerhöhungen viel schwieriger ist, gut zu leben, als unsere Eltern das erlebten. Wikipedia beschreibt es so.

Lebensversicherung

Eine LV unterteilt sich in die “klassische Lebensversicherung” (KLV) und “fondsgebundene LV” (FLV). In den 1990er Jahren gab es bei der KLV über 7% fixen, garantierten Zinssatz, weshalb diese Produkte sehr attraktiv waren, weil dort so gut wie kein Risiko besteht. Seit den 2000er Jahren gingen diese Zinssätze dramatisch zurück, heute gibt es etwa 0-2,15% Zinsen. Damit sind KLV komplett unattraktiv, weil die Zinsen bei LV immer Brutto angegeben werden! Davon werden also noch die Produktkosten und Abschlusskosten abgezogen.

Weiterhin interessant bleiben in Österreich die FLV, weil diese eine Besonderheit bieten: es ist keine KESt auf die Gewinne zu bezahlen! Damit wird die FLV für langfristige Aktienfonds Investments, also 10 oder mehr Jahre, extrem interessant, vor allem wenn mit Zuzahlungen gearbeitet wird. Wichtig ist: bei einer LV sollte niemals Geld vor der Pension behoben werden, damit auch wirklich die Kosten eingespielt und der Steuervorteil genutzt wird. Daher sollte eine LV niemals das einzige oder primäre Sparprodukt sein, sondern immer nur eine Zumischung zu anderen Produkten, aus denen man bei Bedarf auf Geld zugreifen kann, ohne erhebliche Verluste zu erleiden! Es gibt Finanzvertriebe, die nur FLV anbieten, und naturgemäß diese Produkte in den Himmel loben, während alles andere gefährlich sei. Fragen Sie daher immer, ob ihr Berater Ihnen auch andere Produkte anbietet!

Liquidität

Die Möglichkeit, auf Ihr Geld zuzugreifen, also “flüssig zu sein”. Hier geht es nicht nur darum, dass man das Geld aus dem Produkt herausnehmen kann, sondern es ist auch zu beachten, wieviele direkte Kosten und Folgekosten das verursacht. Ein Beispiel: Entnehmen Sie aus einer Lebensversicherung nach 3 Jahren Geld, so verlieren Sie nicht nur den Zinseszins, sondern zahlen auch noch eine Sondersteuer von 7%, und vielleicht auch noch im Produkt Kosten. So kann eine Behebung von 3.000€ gleich 10.000€ und mehr an Folgekosten bedeuten! Lesen Sie den Hinweis bei Lebensversicherung.

Prämiensumme

Die Prämiensumme ist bei Lebensversicherungen der Teil, aus dem sich die Abschlusskosten errechnen. Dazu wird einfach die monatliche Rate * Anzahl der Raten multipliziert, meist gedeckelt auf 30-35 Jahre. Also zB 100€ monatlich auf 30 Jahre = 100 * 12 * 30 = 36.000€ Prämiensumme. Wenn die Abschlusskosten nun 6,5% sind, macht das 2.340€, es werden jedoch die 4% Versicherungssteuer weggerechnet, macht 2.250€. Diese werden auf die ersten 5 Jahre aufgeteilt, also werden monatlich 37,5€ von der einbezahlten 100€ Prämie für die Abschlusskosten abgezogen. Daher sind Lebensversicherungen in den ersten 5 Jahren extrem teuer. Warum diese dennoch interessant sein können, lesen Sie in meinem Artikel “Mantelprodukt“. Sie können die genauen Kosten Ihrer LV übrigens in der Polizze ablesen – dabei helfe ich gerne.

Sachwerte

Sachwerte sind im Gegensatz zu Geldwerten nicht direkt in Euro bewertbar, sondern haben einen Wert. Sachwerte sind zB Edelmetalle wie Gold und Silber, Wertpapiere (Aktien, Anleihen, Fonds), und Immobilien, weil diese alle relativ leicht gegen Geld tauschbar sind. Aber auch Tische usw. zählen als Sachwerte, sind aber zur Geld Absicherung eher unpraktisch.

Sondervermögen

Wenn ein Investment nicht in den Bilanzen des Produktgebers steht und separat verwaltet wird, ist man vor Konkurs des Produktgebers geschützt. Somit bleibt der Inhalt erhalten, wenn zB meine Bank in Konkurs geht, auf der ich ein Fonds-Depot oder Bankschließfach habe. Das Geld auf Konto, Sparbuch, Bausparvertrag ist jedoch weg. Theoretisch gibt es dort zwar die Einlagensicherung – doch siehe dazu meinen Blog!

Wieviel kostet ein Profi Finanzconsulter?

Es stellt sich natürlich die Frage, wieviel so ein Profi kostet. Die Antwort ist: gar nichts. Wir werden nur aus den Produktkosten bezahlt, und zwar vom Produktgeber. Wenn Sie Finanzprodukte kaufen, werden immer Kosten fällig, in Form eines Ausgabeaufschlags oder Abschlusskosten. Und ein Teil dieser Kosten wird an uns weitergegeben. Wenn Sie direkt dort kaufen, behält der Produktgeber die Provision komplett ein. Sie bekommen gratis unsere Expertise, Analyse und Beratung. Was spricht also dagegen, mich gleich zu kontaktieren?

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